Kinderarzt Dr. Andreas Doczy

H1N1 Grippe

H1N1 Grippe

Aufgrund der aktuellen Situation bzgl. der sogenannten Schweinegrippe möchte ich Ihnen kurz dazu die für mich wesentlichen Punkte näher erläutern. Leider wurden in den Medien und von vielen Arztkollegen unkorrekte Aussagen  getätigt, was verständlicherweise zur Verunsicherung der Patienten geführt hat.

Es handelt sich hier um eine Pandemie – das ist eine Ausbreitung dieser Infektion auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit. Diese Situation hatten wir schon über 50 Jahre nicht und kann daher nicht ignoriert werden. Die für diese Erkrankung relevanten Mediziner (Spezialisten) kommen aus dem Bereich der Virologie und nicht aus dem Bereich der “Gynäkologie” oder “anderer Fachgruppen” die sich des öfteren in Medien zu Wort gemeldet haben. Tatsache ist, daß die Zahl der Erkrankungen stetig ansteigt auch bei meinen Patienten hatte ich bereits mehrere nachgewiesene H1N1 Infektionen. Die Jugendlichen waren zwar nicht in einem lebensbedrohlichen Zustand ,es ging  ihnen jedoch wirklich nicht gut.

Die große Unbekannte bei diesem dynamischen Verlauf dieser Erkrankung ist das Verhalten dieses Virus von dem man annehmen kann, daß es im Laufe der Zeit an Aggressivität zunehmen könnte und vor allem sich mit dem herkömmlichen Grippevirus zu einem neuen, noch unangenehmeren Virus entwickeln könnte.

Influenza Viren haben nämlich die Eigenschaft, daß sie sich in einzelnen Bestandteilen verändern , was eine jährliche neue Zusammensetzung des Grippeimpfstoffs notwendig macht.

Bisher bekannt ist, daß eine zusätzlich erworbene bakterielle Infektion massive Lungenprobleme verursachen kann ,wie wir leider in einzelnen Fällen bereits beobachtet haben. Keiner kann abschätzen ,wer welche , zusätzliche bakterielle Infektion (vor allem in der Winterzeit) durchmachen wird.

Dem gegenüber steht eine Impfung,die folgende Merkmale hat:

  1. Sie ist nicht ganz neu, sondern wurde vom Vogelgrippeimpfstoff H5N1 auf H1N1 abgeändert, das heißt, daß nur einzelne Bestandteile ausgetauscht wurden.
  2. Es ist ein Totimpfstoff im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen wie z.B. MMR(Masern-Mumps-Röteln).
  3. Er ist bisher tadellos von den Geimpften vertragen worden;von den “erlaubten Nebenwirkungen” wie z.B.Rötung und Schwellung an der Impfstelle oder Fieber ist mir bisher erst in 2 Fällen berichtet worden.
  4. Selbst im Falle eines inzwischen erfolgten Kontakts mit einem an “Schweinegrippe” erkrankten Menschen kann und sollte eine Impfung erfolgen!
  5. Die Experten (Prof. Kollaritsch und Prof. Wenisch) empfehlen auch die Durchführung der saisonalen Grippeimpfung !! Diese kann zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt in Relation zur Schweinegrippe oder anderen Totimpfstoffen stattfinden, daß heißt vorher, gleichzeitig oder am Folgetag oder wann immer.

Meine Aufgabe als Kinderarzt besteht nicht nur in der Therapie von bereits erkrankten Kindern,sondern in der Vermeidung von Erkrankungen,um den Kindern viel Leid zu ersparen.

Hier handelt es sich nicht nur um einen harmlosen grippalen Infekt, der leider nach wie vor immer wieder mit der echten Grippe verwechselt wird.

Die Entscheidung,ob SIE bei sich und Ihrem Kind die Impfung durchführen lassen wollen oder nicht liegt bei Ihnen!

Mein Bestreben ist es,Sie so gut wie möglich zu informieren,um das Beste für unsere KINDER zu erreichen,nehme es aber nicht persönlich,falls Sie sich anders entscheiden.